Die Europäische Kommission hat am 22.05.2018 einen Vorschlag für eine neue EU-Jugendstrategie für den Zeitraum 2019-2027 veröffentlicht. Aufgrund der im Zuge der öffentlichen Konsultation gesammelten Rückmeldungen, des Feedbacks der Mitgliedstaaten und der eigenen Evaluierungen, ist die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, dass die EU-Jugendstrategie 2010-2018 zu breit aufgestellt und zu allgemein gehalten war. In ihrem Vorschlag vom 22.05. definiert die Kommission daher vier Schwerpunktbereiche für die jugendpolitische Zusammenarbeit ab 01.01.2019:

  1. Beteiligung: Förderung der Beteiligung der Jugend am demokratischen Leben.
  2. Begegnung: Ermöglichung von Jugendbegegnungen in der gesamten EU und darüber hinaus, um freiwilliges Engagement, Lernmobilität, Solidarität und interkulturelles Verständnis zu fördern.
  3. Befähigung: Förderung der Befähigung der Jugend durch Qualität, Innovation und Anerkennung von Jugendarbeit.
  4. Sektorübergreifende Zusammenarbeit: Berücksichtigung von Jugendbelangen in allen Politikbereichen.

Innerhalb der vier Schwerpunktbereiche wird es verschiedene konkrete Maßnahmen geben. Die wichtigsten Maßnahmen werden hier zusammengefasst:

  • Beteiligung: Förderung der Beteiligung der Jugend am demokratischen Leben
    1. Der Strukturierte Dialog als Instrument zur Beteiligung der Jugend an der Politikgestaltung wird umbenannt und ausgebaut. Der neue EU-Jugenddialog wird jungen Menschen Gelegenheit bieten eigenständig politische Ansätze, zu selbst gewählten Themen zu entwickeln. Die EU-Institutionen sollen sich freiwillig verpflichten die erarbeiteten Ansätze aufzunehmen und in die Rechtssetzung einfließen zu lassen.
    2. Das europäische Jugendportal soll als zentrale Anlaufstelle für junge Menschen gegenüber der EU konsolidierte werden. Bereits jetzt enthält das Jugendportal zahlreiche Informationen: https://europa.eu/youth/EU_de.
    3. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert:
      1. Die Einbeziehung junger Menschen, auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu fördern, z.B. durch Jugendräte, aktives Suchen von Feedback und Kontaktaufnahme.
      2. Das soziale und bürgerschaftliche Engagement junger Menschen zu fördern.
  • Junge Menschen durch Jugendarbeit, Jugendparlamente, Simulationen, politische Bildung und Medienkompetenz auf Teilhabe vorzubereiten.

 

  • Begegnung: Ermöglichung von Jugendbegegnungen in der EU und darüber hinaus
    1. Zusammenführung junger Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus durch Neuauflage von Formaten wie „die europäische Jugend vereint“ (European Youth Together) und die Förderung des virtuellen Erasmus+ Austauschs.
    2. Unterstützung und Umsetzung des Europäischen Solidaritätskorps sowie die Aktualisierung und Ausweitung der Empfehlung des Rates über die grenzüberschreitende Mobilität von Freiwilligen von 2008.
    3. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert:
      1. Das solidarische Engagement junger Menschen durch den Aufbau nationaler Freiwilligendienste und den Kapazitätsaufbau in Organisationen zu fördern.
      2. Rechtliche und administrative Hindernisse, für grenzüberschreitende Solidarität (z.B. im Zusammenhang mit Sozialleistungen oder Krankenversicherung) zu beseitigen.
  • Die Anerkennung und Validierung von Freiwilligenarbeit zu fördern.

 

  • Befähigung: Förderung der Befähigung der Jugend durch Qualität, Innovation und Anerkennung von Jugendarbeit
    1. Entwicklung und Verbreitung praktischer Toolkits
    2. Unterstützung der Anerkennung, Innovation und des Kapazitätsaufbaus im Bereich der Jugendarbeit.
    3. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert:
      1. Die Ausbildung von Jugendarbeitern, qualitativ zu verbessern.
      2. Die Jugendarbeit an die digitale Welt anzupassen.
  • Die Anerkennung nicht-formalen und informellen Lernens zu fördern.
  1. Auf benachteiligte junge Menschen zuzugehen.

 

  • Sektorübergreifende Zusammenarbeit: Berücksichtigung von Jugendbelangen in allen Politikbereichen
    1. Ein EU-Jugendkoordinator soll künftig sicherstellen, dass die Anliegen der Jugendlichen bei der Ausgestaltung der EU-Politik berücksichtigt werden und gleichzeitig als sichtbare Bezugsperson und Anlaufstelle für junge Menschen bei der Europäischen Kommission agieren.
    2. Die Kommission wird die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung von Jugendpolitik unterstützen durch: Die Gewinnung von Erkenntnissen in Form von Studien, das Voneinander Lernen und den Austausch bewährter Verfahren, die Durchführung von Peer-Reviews und Peer Beratung.
    3. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert jeweils drei Schwerpunkte der nationalen Jugendarbeit zu benennen, im Rahmen nationaler Aktionspläne zu konkretisieren und im Zeitraum 2019-2017 zu bearbeiten. Bei der Schwerpunktsetzung können die Mitgliedstaaten drei der folgenden 7 Bereiche wählen: „allgemeine und berufliche Bildung“, „Beschäftigung und Unternehmertum“, „Gesundheit“, „Armut und soziale Inklusion“, „Integration von Migranten“, „Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit und Klimawandel“.

Zur vollständigen EU-Jugendstrategie 2019-2027 gelangen Sie hier.