Den Referent*innen der katholischen Träger fehlt der fachliche Austausch zur EU-Vermittlung in der politischen Bildung. Auf diesen Befund reagierte das Europabüro mit der Durchführung einer Fachtagung, die vom 4. bis 5. Dezember 2018 in Brüssel stattfand. An 2 Tagen diskutierten Fachkräfte der katholischen Jugend- und Erwachsenenbildung die Herausforderungen der Europavermittlung und suchten nach Lösungsansätzen. Statt der ursprünglichen eingeplanten 25 Personen, nahmen 40 Kolleg*innen an der Fachtagung teil.

Im ersten Vortrag führte Märthe Stamer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen, in den politikdidaktischen Forschungsstand ein. Anschließend folgte ein Vorträg von Michael Hoppe, Leiter des Referates „Europawahl“ der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament. Titus Möllenbeck und Frederik Kempf vom Haus am Maiberg in Heppenheim und Katharina Zey-Wortmann, Geschäftsführerin der KEB-Trier stellten best-practice Beispiele aus der katholischen Arbeit vor. Nach einem Besuch im Parlamentarium mit Vortrag und Diskussion hatten die Teilnehmer*innen in einer Gruppenarbeitsphase Gelegenheit das Gehörte zu reflektieren und gemeinsam über Konzepte der europapolitischen Bildung zu beraten. Dabei entstand eine Vielzahl an Vorschlägen. Die Teilnehmer*innen verließen die Fachtagung hoch motiviert und voller Pläne die zahlreichen neuen Ideen im Vorfeld der Europawahlen aber auch danach in die Bildungsarbeit vor Ort einfließen zu lassen.

Die Teilnehmer*innen forderten das Europabüro auf seine Aktivitäten zur fachlichen Unterstützung der Bildungsarbeit weiter auszubauen und die Bemühungen zur Europaäisierung der Verbände zu verstärken. Einige Teilnehmer äußerten den Wunsch, dass die Fachtagung im Jahr 2019 zwei volle Tage umfassen und mehr europäische Partner einbeziehen solle. Das Europabüro solle Impulse zum Aufbau eines Netzwerkes europäischer Partner setzen. Die Referent*innen signalisierten Bereitschaft künftig auch an Fachtagungen in englischer Sprache teilzunehmen.