Europapolitische Bildung soll eine konstruktive EU-Skepsis herstellen, politische Partizipationsbereitschaft wecken und Wissen und Können vermitteln (Oberle & Leunig 2018). Lehrkräfte stoßen dabei auf besondere Herausforderungen wie der Komplexität und Dynamik der EU, der empfundenen Bürgerferne, dem abstrakteren Lebensweltbezug, geringen Vorkenntnissen, Desinteresse und Vorurteilen. Planspielen wird die Erwartung angetragen Komplexität von Politik zu reduzieren, EInsichten in die Schwierigkeiten politischer Kompromissfindung zu geben, Bezüge zur Lebenswelt herzustellen, eine nachhaltige Wissensvermittlung zu ermöglichen und zur weiteren Auseinandersetzung mit der EU zu motivieren.

Studien stellten jetzt fest, dass diese Erwartungen überwiegend gerechtfertigt sind. Von 2013-2016 untersuchten Oberle und Leunig 15 Kurzplanspiele zu Entscheidungsprozessen im Europäischen Parlament an 12 Schulen. In Prä-Post Erhebungen wurden die Einstellungen und das Wissen von 308 Schüler*innen zur EU anhand von Fragebögen erfasst. 94,8% der Schüler*innen gaben an mit ihrer Teilnahme zufrieden zu sein und 77,2% erklärten wieder teilnehmen zu wollen. Bei der Steigerung der EU-Kenntnisse konnte durch die Teilnahme an einem Planspiel ein Effekt mittlerer Stärke (Cohens d= .42) nachgewiesen werden. Das subjektive EU-Wissen erfuhr eine noch deutlichere Steigerung (Cohens d= .56).Besonders stark nahm auch die empfundene Responsivität der EU zu (Cohens d= .42). Laut Autoren war es für die Schüler*innen besonders eindrücklich zu sehen wie schwierig es ist zu gemeinsamen Entscheidungen, Kompromissen und Lösungen zu kommen (Oberle & Leunig 2018).

In einer Studie zu Online-Planspielen konnten ähnliche, wenn auch etwas schwächer ausgeprägte, Effekte nachgewiesen werden (Oberle, Raiser, Warkalla, Kaiser, Leunig 2018).

Zur Studie zum Einsatz von Planspielen in der europapolitischen Bildung gelangen Sie hier.
Zur Studie zu Online-Planspielen führt dieser Link.