Stakeholderbefragung NA beim BIBB zu Erasmus+

Die für die Teilbereiche Berufliche Bildung und allgemeine Erwachsenenbildung im Programm Erasmus+ zuständige Nationale Agentur hat eine Auswertung ihrer Anfang 2015 durchgeführten Stakeholder-Befragung veröffentlicht. Fazit, der europäische Gedanke ist angekommen, stärker in der Erwachsenbildung als in der Berufsbildung.

 Wichtigste Erkenntnisse der Auswertung lesen Sie weiter:

 

  • Europäische Bildungspolitik bezogen auf institutionalisierte Kooperationen mit europäischen Partnern, Kooperationen in Grenzregionen, Themen wie Transparenz und Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen, spielt hier eine wichtige  Rolle. So schätzen 60 % der Befragten europäische Bildungspolitik als bedeutend oder sehr bedeutend für ihre Einrichtung ein.
  • Trotz der Mehrheit der Einschätzung sind die Organisationen nicht europäisch ausgerichtet. Europäische Bildungspolitik ist zwar wichtig, geht aber nicht einher mit der tatsächlichen europäischen Ausrichtung der Organisation, sprich ein europäisches Leitbild, oder im Personalwesen.
  •  Es sprachen sich 44 % der Befragten aus der Erwachsenenbildung  für eine große bis sehr große Bedeutung einer europäischen Ausrichtung der Organisation aus, gegenüber 32 % der Befragten aus der Berufsbildung.
  •  EU-Projekterfahrung. Im EU-Programm für lebenslanges Lernen waren 49 % der Befragten in der Projektkoordination tätig, 63 % der befragten Einrichtungen waren als Projektpartnerinnen aktiv und 44 % beratend tätig. Lediglich 14 % verfügen über keine eigene Projekterfahrungen. 75 % im Programm für lebenslanges Lernen als Koordinator/-in oder Partner/-in aktiv. In der Berufsbildung trifft dies nur auf 42 % der Einrichtungen zu.

 

Erwartungen an Erasmus +

  •  Erasmus + soll auf individueller Ebene, auf die beteiligten Einrichtungen und auf das Bildungssystem Einfluss nehmen. Die Erwartungshaltung zum Einfluss des Programms auf Einrichtungen und Organisationen ist groß. Hier legen die Erwartungen in der Erwachsenenbildung mit 75 % deutlich höher als in der Berufsbildung mit 42 %.
  • Internationalisierung. Die Befragten aus der Erwachsenenbildung haben höhere Erwartungen an Erasmus+ mit Blick auf die Internationalisierung von Curricula und Bildungsangeboten als die Befragten aus der Berufsbildung.
  •  Good Practice. 94 % der Befragten aus der Erwachsenenbildung erwarten, dass Good Practice aus den europäischen Mitgliedstaaten Impulse liefern könnten, unser Bildungssystem weiterzuentwickeln. Dem stehen 65 % in der Berufsbildung gegenüber.
  • EU-Aktivität wichtig für Bildungspersonal in Einrichtungen. In der Erwachsenenbildung erachten 94 % der Befragten Auslandsaufenthalte für Bildungspersonal als besonders relevant,  nur 74 % der Befragten folgen dieser Annahme in der Berufsbildung
  • Verwaltungsauswand zu hoch. Erasmus+ wird als weniger flexibel wahrgenommen als das vorangegangene Programm für lebenslanges Lernen. Zudem merken die Befragten kritisch an, dass eher prozessbezogene Kooperationsprojekte (ehemals Partnerschaftsprojekte) weniger erwünscht bzw. aussichtsreich seien als produktbezogene Projekte mit entsprechend hohen Budgets.