Jugendministerrat: Wertschätzung der Jugendarbeit im Rahmen der Prävention der Radikalisierung junger Menschen

 Angesichts der Terroranschläge in Belgien, Frankreich und Dänemark wurde beim letzten JugendministerInnenrat am 30. Mai die Schlussfolgerungen zur Rolle des Jugendsektors bei der Prävention und Bekämpfung der in Gewaltbereitschaft mündenden Radikalisierung junger Menschen angenommen. Durch diese Ratsschlussfolgerung wird die Bedeutung des ganzheitlichen Bildungsansatzes von Jugendarbeit gestärkt und wertgeschätzt und stellt ein Gegengewicht zu einseitigen beschäftigungspolitischen Zielen dar, die oftmals auf EU-Ebene diskutiert werden. Der Rat stellte außerdem die Prioritäten für die nächsten 6 Monate  des slowakischen Ratsvorsitzes dar. Diese sind die Weiterentwicklung dynamischer und attraktiver Jugendarbeit sowie die Erforschung für Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben.

In diesen Schlussfolgerungen wird unterstrichen, dass Jugendarbeit mit ihrem ganzheitlichen Ansatz, ehrenamtliche und kulturelle Tätigkeiten und Sport einen wertvollen Beitrag leisten können, wenn es darum geht, junge Menschen zu erreichen, die ansonsten für Radikalisierung empfänglicher sein könnten.

Angebote und Räume, die Jugendarbeit bereit hält, trügen zu einer Entwicklung von Werten, positive Identitätsentwicklung, Fähigkeiten, Kompetenzen, Talenten und einer offener Haltung bei, die junge Menschen in die Lage versetzen kann, Gefahren zu erkennen und zu bewältigen – einschließlich in Gewaltbereitschaft mündende Radikalisierung.

Der Jugendministerrat fordert deshalb die Mitgliedsstaaten auf, die Zusammenarbeit zwischen dem Jugendsektor und dem Bildungssektor sowie anderen relevanten AkteurInnen zur Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen und zum Austausch bewährter Vorgehensweisen im Umgang mit Fällen von gewaltbereiten radikalisierten Jugendlichen zu stärken.

Die Rolle der Jugendarbeit soll stärker auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene erforscht werden. Außerdem soll der Jugendsektor gewürdigt und gestärkt werden mit Blick auf seine Rolle bei der Unterstützung jungen Menschen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben, u.a. unter Berücksichtigung der Entwicklung der spirituellen oder kulturellen und religiösen Identität.

Auch die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Jugendarbeitern und die Ausweitung ihrer Kompetenzen, damit sie in der Lage sind, Fragen im Zusammenhang mit in Gewaltbereitschaft mündender Radikalisierung zu erkennen sowie Propaganda, Rhetorik und Verhaltensweisen, die mit in Gewaltbereitschaft mündender Radikalisierung in Zusammenhang stehen könnten, auszumachen und ihnen entgegenzuwirken wird beschlossen.

Weitere Informationen:

http://www.consilium.europa.eu/de/meetings/eycs/2016/05/30-31/