Konferenz zur Jugendgarantie

Mit der Jugendgarantie will die Europäische Kommission die Jugendarbeitslosigkeit europaweit bekämpfen. Allen jungen Menschen bis 25 Jahren soll in den ersten vier Monaten nach dem Ende von Schule oder Ausbildung ein qualitatives Beschäftigungsangebot, eine Weiterbildungsmaßnahme, eine Lehrstelle oder eine Schulung angeboten werden. Dieses ehrgeizige Ziel bekräftigte auch die Konferenz der EU-Kommission „Youth Garantee – Making it happen“ am 08. April im Europäischen Parlament. Lisi Maier, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), war dabei. Das Europabüro hat sie nach ihren Eindrücken gefragt.

 Europabüro: Welche wichtigen Impulse konnte die Konferenz vermitteln?

Lisi Maier: Spannend war für mich vor allem, dass Kommissionspräsident Barroso in seiner Eingangsrede deutlich hervorgehoben hat, dass die Sozialpartner und die Jugendorganisationen in den jeweiligen Mitgliedsstaaten in die Entwicklung und Implementierung der EU-Jugendstrategie miteinbezogen werden müssen. 

Europabüro: Wie können sich Jugendorganisationen konkret einbringen und die nationale Implementierung der Jugendgarantie unterstützen? Wie sehen dies andere Mitgliedsstaaten?

Lisi Maier: Dazu gibt es ganz unterschiedliche Ansätze je nach Ausgestaltung der Jugendgarantie im jeweiligen Land. In Finnland haben die Jugendorganisationen sowohl die Rolle des Impulsgebers, als auch der Informationsweitergabe in ihre Strukturen übernommen, sie wurden von Beginn fest in die Verhandlungsgruppe eingebunden. In Polen wird der nationale Jugendring ganz konkret in die Ausgestaltung der Umsetzung der Jugendgarantie eingebunden und sitzt mit dem Arbeitsministerium diesbezüglich in einer Verhandlungsgruppe. Diese Mitgestaltung ist und bliebt auch die konkrete Forderung aller Jugendringe in den europäischen Mitgliedsstaaten.

Europabüro: Welchen Stellenwert wird in diesem Prozess eigentlich der außerschulischen Bildung zugestanden?

Lisi Maier: Der Prozess ist stark fixiert auf den formalen Bildungsbereich. Wenn jedoch  Jugendstrukturen wie gerade beschrieben ganz konkret partizipieren können, dann ist das eine große Chance: Dann können auch die positiven Wirkungen der nonformalen Bildung bei der Umsetzung der Jugendgarantie eingesetzt werden. 

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